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Coaching & Mediation

25.10.2022

Nutzung von Bildern im Coaching

Bilder im Coaching.pngMenschen, die eine neue Perspektive in einer Krisensituation, einem Konflikt oder in Bezug auf eine berufliche oder private Neuorientierung suchen, ist meist eines gemeinsam: sie haben schon viel über ihr Thema nachgedacht, sie haben das Für und Wider abgewogen und je mehr Zeit vergeht, umso stärker ist häufig der Druck etwas zu verändern.

Der Verstand sagt: „Dann ändere doch endlich etwas!“ Und gleichzeitig kann da ein ungutes Gefühl sein, das nicht greifbar ist und genau daran hindert. Oder es gibt mehrere Handlungsalternativen, aber keine davon scheint richtig zu sein. Manchmal triggern auch bestimmte Situationen immer wieder ein bestimmtes Verhalten…

Solche oder so ähnliche Ausgangssituationen für ein Coaching begegnen mir oft in meiner Praxis. Situationen, bei denen Coachingmethoden, die mit Bildern arbeiten, sich als sehr hilfreich erwiesen haben.

Das liegt daran, dass Bilder uns einen Zugang zu unbewussten Prozessen und wiederkehrenden Denkmustern schaffen können. Das ist der Schlüssel, um die Einschätzungen des Verstands und das sogenannte Bauchgefühl in Einklang zu bringen. So können nachhaltige, tragfähige Veränderungen Lösungen entstehen.

Manchmal nutze ich ein Bild nur als ersten Impuls, indem ich z. B. über eine sogenannte „Landkarte der Befindlichkeiten“ ins Coaching einsteige. Diese zeigt viele verschiedene Motive, wie einen Leuchtturm, einen Strandkorb, einen Sumpf, eine Sturmfront, eine Kurklinik oder Oase. Ich bitte dann meine Klientin oder meinen Klienten, auf der Landkarte ein Bild für deren Status quo sowie ein Zielbild zu suchen und die Auswahl zu erläutern. So bekomme ich einen guten Überblick über das Coachinganliegen. Für den Klienten oder die Klientin ergibt sich oft ein neuer Zugang über die mit den Motiven verbundenen Emotionen und Perspektiven. Das Zielbild, mit den damit einhergehenden positiven Gefühlen, kann auch im Verlauf des Coachings eine Richtschnur sein.

Viele Coachingmethoden, die ich gerne anwende, bauen auf einem Bild auf, wie z. B. einer Ballonfahrt, einem Rad, einem Kamelpfad von Oase zu Oase. Das Bild erleichtert es, die verschiedenen Aspekte eines Themas sichtbar und greifbar zu machen. Die durch das Bild entstehenden Assoziationen weiten den Blick auf wichtige Perspektiven, die vielleicht bisher nicht erkennbar waren. 

Ein Beispiel: Die sogenannte „Ballonfahrt ins Glück“ ermöglicht es, anhand der verschiedenen Bestandteile eines Heißluftballons die Situation der Klientin oder des Klienten zu analysieren und gleichzeitig einen Blick in die Zukunft zu werfen.
Ich stelle dazu zunächst die Frage, was die Klientin oder der Klient von oben sehen würde, wenn wir annehmen, sie oder er sei mit dem Heißluftballon auf der Reise Richtung Coaching-Ziel.  Im nächsten Schritt schauen wir uns gemeinsam die Voraussetzungen an, damit der Heißluftballon überhaupt starten kann: z. B. ein Feuer, das die Heißluft produziert, Sandsäcke, die als Ballast abgeworfen werden können, Halteseile, die den Ballon am vorzeitigen Aufsteigen hindern bzw. gekappt werden können, wenn die Reise starten kann. Es ergeben sich interessante und hilfreiche Erkenntnisse über die eigene Situation sowie das Zusammenspiel verschiedener Aspekte und meist erste Lösungsideen.

Auch Bildkarten mit Fotos können eine gute Unterstützung im Coaching sein. Ich nutze verschiedene Kartensätze – abhängig vom Thema und Zeitpunkt des Einsatzes im Coaching – und bitte meine Klientin oder meinen Klienten, ein oder mehrere Bilder auszuwählen, die sie mit Blick auf ihr Thema ansprechen. Wichtig ist dabei, dass die Auswahl intuitiv erfolgt. Das oder die Bilder, die eine positive Resonanz auslösen, beinhalten oft für das Thema wichtige Aspekte, die vorher nicht so greifbar waren. Eine wichtige Frage bei dieser Methode ist, welche Assoziationen und Emotionen für die Klientin oder den Klienten mit dem Bild verbunden sind. Es darf auch gerne eine ganze Sammlung von Assoziationen entstehen, die verschiedene Blickwinkel auf das Thema öffnen und mit denen weitergearbeitet werden kann.

Wie groß die Rolle von Bildern im Coaching ist, ist sehr unterschiedlich. Es gibt Menschen, denen die Nutzung von Bildern eine große Hilfe ist und andere, bei denen andere systemische Fragestellungen und Methoden zielführender sind.

Wichtig ist aus meiner Sicht, einen breiten Methodenkoffer zu haben und immer wieder individuell zu überlegen, wie ich als Coach meine Klientinnen und Klienten am besten unterstützen kann.

Ich freue mich, wenn ich dich mit deinen persönlichen Erfahrungen und Themen verstehen und dir deinen Weg leichter machen kann.

Deine Katharina

Katharina Temme - 22:19 @ Coaching-Tools | Kommentar hinzufügen

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